Der typische Besucher

Der typische Besucher des OECHER Glühwein-Treff zeigt aus der dritten Reihe mit den Fingern die gewünschte Anzahl seiner Becher und hält das Geld abgezählt in der Hand. Er kennt den Spezialgriff zum Tragen des heißen Gutes oder bestellt ein Tablett, jongliert sich und seinen dampfenden Wein vorsichtig durch die Menschenmenge und erträgt dabei ungezählte Bemerkungen wie "das ist aber nett" oder "das musste doch nicht sein". Er zwinkert nach links, entschuldigt sich nach rechts, erreicht schließlich seine Gruppe - und fühlt sich unter Schulterklopfen wie ein strahlender Held.

Einen Glühwein später kehrt sein Freund zurück zum Tresen-Tatort - und kommt nicht wieder. Auf dem Weg hat er seine Ex, seinen Klassenkameraden aus der Grundschule und jemanden getroffen, der behauptet, er kenne ihn irgendwoher. Schließlich bestellt er, aus der vierten Reihe. Er zählt, zahlt, nimmt, drängelt sich vorsichtig zurück - und trifft den Bruder der Mutter, also den Onkel, der sich gerade daheim mit Tante gezofft hat. Geschafft erreicht er die Gruppe, die nur eine Frage hat: "Wo warst Du denn?"

Der typische Besucher unseres Glühweinstandes wollte zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon längst gegangen sein. Doch er ordnet jetzt die Welt neu. Schimpft über Bush, schwelgt vom nächsten Skiurlaub, flirtet per Augenkontakt, erzählt von seiner Kindheit, prognostiziert die Launen des Wetters, streift kurz die Folgen der Gobalisierung und schwärmt schließlich von Alemannia Aachen.

Der typische Besucher des OECHER Glühwein-Treff kommt immer wieder.
Viele sogar seit 1976.